Grundlagen der Liedbegleitung

Akkorde in Dur und Moll

Im vorangegangenen Artikel haben wir uns mit Terzen, Terzenschichtungen und dem Unterschied zwischen der Großen Terz und der Kleinen Terz befasst. Wenn du die Aufgabe am Schluss der Lektion bearbeitet hast, solltest du bereits ein Aha-Erlebnis gehabt haben. Schauen wir uns zunächst die Lösung der Aufgabe an:

musiktheorie-terzen-dreiklänge-aufbau_01
Die Abbildung zeigt den Terzaufbau der Dreiklänge der Stammtonreihe. Die untersten Zahlen beziehen sich auf die unterste Terz, die oberen auf die oberste Terz.

Wahrscheinlich sieht deine Lösung genauso aus und beim vorletzten Dreiklang hast du dich sicher gefragt, ob dir ein Fehler unterlaufen ist und mehrfach nachgerechnet, nur um dann zum gleichen Ergebnis zu kommen: Hier sitzen zwei Kleine Terzen direkt übereinander. Doch ignorieren wir das einfach mal für den Augenblick.

Entscheidender sind nämlich zunächst die Dreiklänge mit der Struktur 4-3 und 3-4, also die ersten sechs Dreiklänge. Der achte Dreiklang ist nur eine oktavierte Wiederholung des ersten Dreiklangs.

Hört man sich die Dreiklänge aus der Gruppe 4-3 (Große Terz unten) im Wechsel mit denen der Gruppe 3-4 (Große Terz oben) an, so stellt man schnell fest dass es einen klanglichen Unterschied gibt, der durch diese vertauschte innere Struktur entsteht. Die Dreiklänge der Gruppe 4-3 (Große Terz unten) nennen wir Dur-Dreiklänge, die Dreiklänge der Gruppe 3-4 (Große Terz oben) nennen wir Moll-Dreiklänge. Dur und Moll sind zwei Tongeschlechter.

Der Klang von Dur-Dreiklängen oder Dur-Akkorden wird als strahlend und kraftvoll empfunden, während der Klang von Moll-Akkorden eher als weich bezeichnet wird. Das steckt auch schon in den beiden Bezeichnungen drin, denn Dur kommt vom lateinischen durus = hart, während Moll von mollus = weich kommt.

Die Bezeichnungen Dur und Moll gibt es übrigens nicht nur bei Dreiklängen oder Akkorden, sondern auch bei Tonleitern.

Unsere Stammtonreihe c, d, e, f, g, a, h (b), c entspricht zum Beispiel der C-Dur Tonleiter.

Ordnet man jedem Ton einer Tonleiter eine Stufe zu, ergibt sich das folgende Bild:

Stufen und Dreiklänge der Dur-Tonleiter

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Die Stufen und Dreiklänge der C-Dur Tonleiter

Die Abbildung oben zeigt dir die Stufen und Dreiklänge der Dur-Tonleiter, in diesem Fall C-Dur. Dieses Schema ist allgemeingültig und gilt für jede Dur-Tonleiter. Auf der I., IV. und V. Stufe in Dur findest du immer auch einen Dur-Dreiklang oder Akkord. Auf der II., III. und VI. Stufe hingegen immer einen Moll-Dreiklang oder Akkord. Die VII. Stufe hat eine Sonderstellung. Hier liegen zwei Kleine Terzen übereinander. Der sich so ergebende Dreiklang der VII. Stufe in Dur wird verminderter Dreiklang genannt.

Akkordbezeichnung

Nun ist es an der Zeit, dass wir die Dreiklänge/Akkorde endlich richtig bezeichnen.

Für die Bezeichnung/Benennung eines Dreiklangs muss dieser in Grundstellung stehen. Die Grundstellung eines Akkordes ist immer eine Terzenschichtung und der Akkordgrundton ist der tiefste Ton des Dreiklangs/Akkordes.

Zufälligerweise stehen die oben gezeigten Dreiklänge alle in ihrer Grundstellung. Für die Benennung des Dreiklangs liest du den untersten Ton ab und hängst das Tongeschlecht der betreffenden Stufe an. Zum Beispiel für die I. Stufe:

C-Dur

Die II. Stufe wäre dann d-Moll (die Buchstaben für den Grundton von Moll-Akkorden schreibt man in der Regel klein).

Die III. Stufe würde als e-Moll bezeichnet, die IV. Stufe als F-Dur.

Aufgabe: Wie werden die Akkorde der V. bis VIII. Stufe benannt?

Akkordsymbole

Verwandt mit der Akkordbezeichnung sind die Akkordsymbole, die wir oft im Notentext entdecken können. Leider gibt es keine klaren Konventionen für diese Symbole, sodass sich hier und da Akkordsymbole unterscheiden, obwohl sie für die gleiche Akkordbezeichnung stehen. Die häufigste Variante für Dur- und Moll-Akkorde ist die folgende:

musiktheorie-dreiklänge-dur-moll-akkordsymbole

Der verminderte Akkord über der VII. Stufe wird oft mit einer ° hinter dem Akkordgrundton versehen. Eine alternative Schreibweise ist es, alle Dur-Akkorde mit Großbuchstaben zu bezeichnen, während alle Moll-Akkorde mit Kleinbuchstaben geschrieben werden, also z. B. C für C-Dur und c für c-Moll. Die bessere Lesbarkeit bietet aber die oben gezeigte Schreibweise mit C für C-Dur und Cm für c-Moll.

Zusammenfassung

In diesem Artikel hast du die Dreiklänge/Akkorde der Stammtonreihe kennengelernt. Du hast gelernt, dass es verschiedene Tongeschlechter gibt: Dur und Moll. Du hast außerdem erfahren, dass auf der VII. Stufe der Stammtonreihe ein besonderer Dreiklang zu finden ist, der aus zwei Kleinen Terzen besteht und verminderter Dreiklang genannt wird. Zuletzt hast du dann gelernt, dass die Stammtonreihe der C-Dur Tonleiter entspricht und das Dur/Moll-Schema für alle Dur-Tonleitern gleich ist (I=Dur, II=Moll, III=Moll, IV=Dur, V=Dur, VI=Moll, VII=verm., VIII=I=Dur) und wie du die Akkorder/Dreiklänge richtig benennst und als Akkordsymbole schreibst.

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