Was macht eigentlich ein Musical Director?

Spätestens beim Eintritt ins Berufsleben als Musiker wird dir der Begriff MD (sprich “Emdie”) öfter begegnen. Die Abkürzung MD steht für Musical Director. Doch was macht der Musical Director, warum ist er wichtig und wie wird man Musical Director?

Aufgaben eines MD

Der Musical Director oder MD ist für die musikalische Umsetzung auf der Bühne (oder im Studio) verantwortlich. Bei Show-Produktionen setzt er die musikalischen Vorstellungen des Produzenten um und stellt die Qualität der Darbietung sicher.

  • Der MD organisiert und leitet die Band-Proben.
  • Der MD legt das Arrangement fest beziehungsweise hat das letzte Wort, wenn die Band gemeinschaftlich ein Arrangement erarbeitet. Dies gilt insbesondere dann, wenn im Studio aufgenommene Songs live für die Bühne umgesetzt werden müssen.
  • Der MD schreibt Lead Sheets für die Musiker, anhand derer die Songs gespielt werden.
  • Der MD gibt die klangliche Richtung vor.
  • Der MD ist die Schnittstelle zwischen der Band und anderen Künstlern oder Gewerken wie Bühnentechnik, Tontechnik, Lichttechnik.
  • Auf der Bühne hat der MD das Sagen und entscheidet manchmal auch kurzfristig über Änderungen von Abläufen, manchmal sogar mitten im Song.
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Kompetenzen

Herausragende Kommunikationsfähigkeiten gehören zu den wohl wichtigsten “Skills” eines MD. Der MD muss im Zweifelsfall für einzelne Musiker unbequeme Entscheidungen treffen und diese auch entsprechend artikulieren, ohne dass am Ende die Qualität der Show darunter leidet.

Darüber hinaus gehört das Wissen um die Fähigkeiten und Möglichkeiten der anderen Musiker und ihrer Instrumente zu den wichtigen Fähigkeiten, denn ohne sie kann der MD keine guten Entscheidungen bezüglich des Arrangements treffen.

Der MD sollte arrangieren können und muss in der Lage sein, Lead Sheets zu schreiben. Dazu benötigt er sehr gute Kenntnisse in Instrumentenkunde, Harmonielehre und Arrangement.

Der MD sollte gute organisatorische Fähigkeiten besitzen, denn er plant die Probentermine, bucht Musiker, ist für die reibungslosen Abläufe bei Generalproben und während einer Show verantwortlich und vieles mehr.

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Wie wird man MD?

Die meisten MDs werden nach längerer Tätigkeit als Musiker in einer Show oder Band auf diesen Posten berufen, weil sie bestimmte Qualitäten mitbringen und diese vielleicht in der Vergangenheit mehrfach gewinnbringend eingesetzt haben. Es ist selten so, dass eine Stelle als MD ausgeschrieben wird. Produzenten einer Show greifen oft auf ihnen bekannte Musiker zurück, die zuvor schon in einer Schlüsselposition als Musiker waren und denen sie zutrauen, Bandproben zu leiten, Arrangements zu erstellen und die komplette Organisation der Band zu übernehmen.

Wer eine Position als MD anstrebt, sollte mehrere Jahre unter anderen MDs als Musiker gearbeitet haben und sich selbst die Skills aneignen, die für die Arbeit notwendig sind. Wer sich nicht zu fein ist, Mehrarbeit über seine reine Musikertätigkeit hinaus zu übernehmen, hat gute Chancen, dass dies bei Verantwortlichen nicht unbemerkt bleibt. 

Benötigen wir einen MD?

Wer als Profi mit Musik sein Geld verdient und mit seiner Band oder Show die Kreisliga verlassen hat, sollte dringend über das Thema MD nachdenken. Nicht immer sind demokratische Entscheidungen innerhalb einer Band oder Show-Produktion von Vorteil. Soll dem gut zahlenden Publikum eine stets gleichbleibende und gute Qualität dargeboten werden, sind oft Richtungsentscheidungen notwendig, die besser von einer einzelnen Person, die das große Ganze im Blick hat, getroffen werden als per Abstimmung.

Insbesondere Bands, die häufig mit wechselnden Musikern spielen, zum Beispiel Begleit-Bands von Solo-Künstlern, benötigen einen MD, der dafür sorgt, dass die Band ihren Job macht, egal welcher Musiker spielt. Dafür schreibt er Lead Sheets, bucht Musiker, besorgt im Krankheitsfall einen gleichwertigen Ersatz, probt selbstständig mit den Musikern, auch ohne den Solo-Künstler und trifft alle wichtigen Absprachen mit diesem, filtert sie und teils sie der Band mit.

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